Sonntag, 14. Dezember 2014

Arktis Norwegen – auf der Jagd nach den Polarlichtern



Innerhalb des arktischen Polarkreises liegt die ca. 72 000-Einwohner-Stadt Tromsø in Nordnorwegen. Die nördlichste Universitätsstadt der Welt ist ein beliebtes Reiseziel für Austauschstudenten, um auf Jagd nach den Polarlichtern zu gehen. Zu erreichen ist Tromsø per Auto, Flugzeug oder Schiff, einen Bahnhof gibt es nicht. Ein besonderes Erlebnis ist es, die Inselstadt mit der Postschifflinie Hurtigruten zu erkunden - entlang der bergigen Fjordlandschaft. 

Die Polarlichter über Tromsø by Gordon Schücker


Von Ende November bis Mitte Januar ist in Tromsø quasi dauerhaft Nacht. Zwischen 10 bis 14 Uhr lebt es sich in einer leichten Dämmerung, dies nennt sich dann Tag. Ein verwirrender Rhythmus, bei dem ich nur schwierig in Schwung und noch weniger überhaupt aus dem Bett kam. Wohingegen in Nordnorwegen während des Mittsommers die Sonne nicht untergeht. Wahrscheinlich muss man hier geboren worden sein, um unter diesen Bedingungen einen Alltag leben zu können.

 
Mit Blick auf die Stadt im "Tageslicht"


„Das schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle“, stellte schon Albert Einstein fest. Die Polarlichter sind faszinierend und ziehen in den Bann. Neben geführten Touren unter dem Motto „Chasing the Northern Lights“ können Touristen an einer geführten Bus- oder sogar Bootstour teilnehmen. Unter nicht vorteilhaften Wetterkonditionen wie Schnee und Regen mit einem wolkenbehangenen Himmel ist es Glückssache, die Polarlichter Aurora zu entdecken. 


Die Inselstadt von oben

In unserer selbstorganisierten deutsch-französischen Reisegruppe beschlossen wir, uns erstmal selbst auf die Jagd zu machen anstatt Minimum 80 Euro in eine Polarlichtertour zu investieren. Drei Nächte Zeit, um das spektakuläre Ereignis der Natur mit eigenen Augen zu sehen und am besten noch mit der Kamera zu erfassen. Etliche Internetseiten oder sogar Handy-Applikationen sagen den Stärkegrad der Polarlichter je Region hervor und zu welcher Zeit die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, diese zu entdecken. Samstagabend wanderten wir von unserer gemieteten Hütte auf dem Campingplatz in Richtung Waldgebiet. Weg von den Lichtern der Stadt in Richtung totale Dunkelheit. Bei hohem Schnee stampften wir fünf Mädels 1 ½ Stunden auf dem Waldweg, lediglich im Mondscheinlicht, auf der Suche nach einem Stück wolkenfreien Himmel. 

Auf der Jagd nach den Polarlichter

Unterwegs lernten wir unsere Hüttennachbarn kennen, ebenfalls eine deutsch-französische Erasmusgruppe. Leider tat sich am Himmel gar nichts. Das hatten wir uns leichter vorgestellt. Als wir die Hoffnung bereits aufgegeben hatten und uns auf dem Rückweg in unsere warme und gemütliche Hütte begeben wollten, drehten wir uns noch einmal um. Da waren sie, die Polarlichter. Ein heller grünlicher Schimmer zog sich über den Himmel, wie Aladin, der gerade aus seiner Wunderlampe hervorgekrochen kam.
So standen wir dort, mitten im Tal des verschneiten Gebirges, und schrien vor Glück wie am Spieß.


Text: Janina Renk
Bilder: Janina Renk, Gordon Schücker
 

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